18 Migra­tion

ein beitrag von

  • Kijan Espahangizi

Für die einen gilt Migration als „Mutter aller Probleme“, für die anderen als „Mutter aller Gesellschaften“. Unabhängig von der politischen Haltung zu Einwanderungsfragen ist das Thema Migration in den letzten Jahrzehnten zum „Normalfall“ gesellschaftlicher Auseinandersetzungen und medialer Aufmerksamkeitsökonomien aufgestiegen. Dabei ist es vom Rand ins Zentrum gesellschaftspolitischer Selbstverständigung gerückt. Angesichts der heutigen Omnipräsenz von Migrationsdebatten scheint es erstaunlich, dass der Begriff ‚Migration‘ im deutschsprachigen Raum noch in den 1970er Jahren öffentlich kaum verbreitet war. Der folgende Beitrag argumentiert, dass die steile Karriere von Migrationssemantiken seitdem mit tiefergehenden Verschiebungen im Umgang mit grenzüberschreitender Mobilität und Globalisierung einherging. Der Text folgt der Geschichte des Begriffs ‚Migration‘ im deutschsprachigen Raum und geht hierbei am Beispiel der Schweiz der Frage nach: In welchen historischen Zusammenhängen wurde von ‚Migration‘ gesprochen und mit welchen Bedeutungen, welche Perspektivwechsel waren damit verbunden und wie konnte sich der neue Diskurs zu einem gesellschaftlichen Migrationskomplex verdichten?

Einlei­tung: Norma­l­fall Migra­tion

Migration ist die „Mutter aller Probleme“. Zu diesem Schluss kam der ehemalige Bundesminister des Innern, für Bau und Heimat Horst Seehofer in einem Zeitungsinterview im Nachgang fremdenfeindlicher Proteste in Chemnitz im September 2018.1 Die politische Gegenreaktion auf dieses Statement ließ nicht lange auf sich warten: Auf einer Demonstration des antirassistischen Bündnisses Welcome United in Hamburg im selben Monat wurde Seehofers Formulierung subversiv umgedeutet und Migration zur „Mutter aller Gesellschaften“ erklärt. Ein Foto des Transparents verbreitete sich auf Twitter in Minutenschnelle und der Slogan wurde in der Öffentlichkeit in der Folge immer wieder aufgegriffen.2 So gegensätzlich die Perspektiven auf Migration heute auch sein mögen, tatsächlich steht das Thema nicht nur in Deutschland, sondern auch in anderen Einwanderungsländern schon seit einiger Zeit im Zentrum gesellschaftspolitischer Auseinandersetzungen um Fragen der Zugehörigkeit, Teilhabe und Globalisierung. Ob Bedrohungswahrnehmung oder Bereicherungshoffnung, quer durch die politischen Lager gilt: Eine Gesellschaft, ja eine Welt ohne Migration scheint heute kaum mehr vorstellbar. Dies steht durchaus im Einklang mit wissenschaftlichen Erkenntnissen: Migration wird in der Sozialforschung seit den 1990er Jahren zunehmend als zivilisatorischer „Normalfall“ betrachtet (Bade/Oltmer 2004). Die Einsicht, dass „Migration eine Konstante der Menschheitsgeschichte“ darstellt, ist auch im deutschsprachigen Raum längst in der populären Vorstellungswelt angekommen. So wurde 2019 eine Ausstellung im Bernischen Historischen Museum mit dem Titel „Homo migrans. 2 Millionen Jahre unterwegs“ eröffnet, die den Anspruch hatte, „einen großen zeitlichen Bogen von den ersten Menschen in Afrika“ bis hin zur „multikulturellen Schweizer Fußballnationalmannschaft“ zu schlagen.3 Hält man sich die obsessiv anmutende Omnipräsenz des Themas Migration in der Öffentlichkeit heute vor Augen, dann mag man kaum glauben, dass das Wort ‚Migration‘ im Deutschen noch vor wenigen Jahrzehnten tatsächlich kaum geläufig war. So findet man noch in den 1970er Jahren in der Brockhaus-Enzyklopädie unter dem Eintrag „Migration“ nur einen kurzen Verweis auf die Zoologie bzw. die Wanderung von Tieren.4 In dieselbe Richtung deutet ein populärkulturelles Beispiel aus derselben Zeit: Auf der Rätselseite der Schweizer Illustrierten wurden Leser:innen regelmäßig nach der Bedeutung von wenig geläufigen Fremdwörtern gefragt. Im Juni 1976 konnten sie hier unter anderem auch zwischen drei möglichen Definitionen von „Migration“ auswählen: „Notration für MiG-Piloten“ oder „Wanderung der Zugvögel“ oder „eine miese Gratifikation“.5 Die aus heutiger Sicht befremdlich und unfreiwillig komisch wirkenden Antwortmöglichkeiten zeigen, wie wenig ein Begriff, den wir heute kaum mehr aus unserem Leben wegdenken können, damals alltagssprachlich etabliert war. Ein Blick in den Ngram Viewer von Google, der die Auftretenshäufigkeit von einzelnen Wörtern in digitalisierten Publikationen abbildet, legt nahe, dass sich der Befund durchaus verallgemeinern lässt.

Abb. 1: „Konjunkturen des Begriffs Migration“, in: Google Books Ngram Viewer, Suche vom 07.01.20226

Lässt man zoologische Referenzen hier außer Acht, dann verbreitete sich das Wort ‚Migration‘, das im Deutschen lange nur marginal in Fachdiskursen verwendet wurde, ab Mitte der 1960er Jahre zunächst zaghaft und setzte erst ab den späten 1980 Jahren zu einer erstaunlichen diskursiven Konjunktur an, die unsere heutige Vorstellung von Migration als ‚Mutter‘ aller möglichen Dinge geprägt hat.

Doch was heißt Migration denn nun eigentlich? Folgt man der aktuellen Definition der UNO, dann handelt es sich bei Migration um jeden längerfristigen Wohnortwechsel über nationale Grenzen hinweg ebenso wie innerhalb eines Staates. Die öffentlichen Kontroversen um Migration zeigen jedoch, dass sich das Thema nicht in einer solchen Definition von demografischen Kategorien erschöpft. Die gesellschaftlichen Debatten, Vorstellungen und Bilder zum Thema Migration sind ebenso vielzählig wie vielschichtig – und nicht selten auch widersprüchlich. Wenn man wissen will, was Migration heute bedeutet, helfen Fachdefinitionen kaum weiter. Produktiver ist es vielmehr, historisch zu rekonstruieren, was über die Zeit alles mit dem Begriff verbunden wurde. Seit seinem Entstehen in den 1960er Jahren haben sich nach und nach immer mehr Themen in den Migrationsdiskurs eingeschrieben und abgelagert: von Modernisierung, globalen Wohlstandsunterschieden und ausländischen Arbeitskräften über das Asylwesen, kulturelle Differenz, soziale Kohäsion, Integration und nationale Identität bis hin zu Rassismus, Geschlechterverhältnisse und die Zukunft der Sozialversicherungen. Migration ist heute eben längst nicht nur ein Name für grenzüberschreitende Bevölkerungsbewegungen, sondern ein schillerndes öffentliches Streitobjekt, um das sich Migrationsgesellschaften drehen und über das sie sich ein Stück weit auch konstituieren. Das Streiten über Migration ist seit den 1960er Jahren zunehmend vom Rand ins Zentrum gesellschaftlicher Aushandlungsprozesse gerückt, nicht nur im deutschsprachigen Raum (Labor Migration 2014; Espahangizi 2018). Der Blick auf Länder wie Deutschland, Österreich und die Schweiz erlaubt es jedoch, diesen historischen Wandel entlang des Aufstiegs ebenjenes Wortes nachzuvollziehen, das im Englischen und Französischen schon länger geläufig ist: Migration.7

Eine kurze Begriffs­vor­ge­schichte

Laut dem Google Ngram Viewer findet der Begriff ‚Migration‘ im Deutschen erst nach dem Zweiten Weltkrieg Verbreitung. Tatsächlich wurde jedoch auch hier schon viel früher über Fragen der Einwanderung gesprochen und gestritten. Handelt es sich also beim Aufstieg des Begriffs ‚Migration‘ somit nur um alten Wein in neuen Schläuchen, also nur um ein anderes, neues Wort für dieselben Ideen aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert? Ja und Nein: Neues baut in der Geschichte immer auch auf Altem auf.

Der Begriff ‚Migration‘ stammt vom lateinischen Verb migrare ab, zu Deutsch: wandern oder wegziehen. Bereits in der Frühen Neuzeit wurde die spätantike ‚Völkerwanderung‘ in der damaligen Wissenschaftssprache Latein migratio gentium genannt (Oltmer 2017: 9–11). Doch tatsächlich lässt sich der Beginn des modernen Migrationsdiskurses erst im späten 19. Jahrhundert verorten. Im Zuge der tiefgreifenden gesellschaftlichen Transformationen, die mit der Industrialisierung, dem Zusammenbruch ständischer Ordnungen, dem Entstehen moderner Nationalstaaten und des globalen Kapitalismus im Zeitalter des Imperialismus und Kolonialismus einhergingen, interessierten sich Regierungen zunehmend für die statistische Erfassung und Kontrolle grenzüberschreitender Bewegungen von Teilen der Bevölkerung, speziell von Arbeitskräften. Die zu der Zeit ebenfalls entstehenden Sozialwissenschaften orientierten sich am Vorbild der Naturwissenschaften und zielten darauf ab, die Gesetzmäßigkeiten der neuen Bevölkerungsbewegungen. So lautete der Titel der berühmten Studien von E.G. Ravenstein zum Vereinigten Königreich aus den 1880er Jahren, die einen Anfang der modernen Migrationsforschung markieren, denn auch Laws of Migration (Hahn 2012: 27f).

Der Erste Weltkrieg stellte in Europa und den USA einen historischen Wendepunkt dar: Vorstellungen von nationalstaatlicher Einwanderungskontrolle, Assimilationspolitik und ‚Überfremdungsabwehr‘, in deren langen Schatten auch der heutige Migrationsdiskurs steht, etablierten sich in der Öffentlichkeit und wurden auch praktisch umgesetzt (Kury/Lüthi/Erlanger 2005). Nach Kriegsende hielt der Begriff ‚Migration‘ Einzug auf dem internationalen Parkett. Im Auftrag des 1919 gegründeten Völkerbundes setzte sich das International Labour Office (ILO) erstmals dafür ein, internationale Migrationsstatistiken zu erheben, um eine weltweite Vogelperspektive auf grenzüberschreitende Bevölkerungsbewegungen einnehmen zu können (Stricker 2019) – eine Perspektive, die statt der nationalstaatlichen Binnensicht auf Ein- und Auswanderungsprozesse, auf Immigration und Emigration, internationale Migration in ihrer Gesamtheit ‚von oben‘ in den Blick nahm – ohne Präfix. Die Entwicklung internationaler Migrationsstatistiken ist demnach Teil einer Geschichte der Staatengemeinschaft im 20. Jahrhundert und reicht bis zur aktuellen UN-Definition und dem globalen Migrationspakt der Vereinten Nationen. Trotz dieser ersten Konjunktur des Begriffs ‚Migration‘ in den 1920er und 1930er Jahren in der englischsprachigen Sozialforschung und auf Ebene internationaler Organisationen wurde im deutschsprachigen Kontext weiterhin von ‚Wanderungen‘ gesprochen. Die Semantik der ‚Wanderung‘ unterhielt eine organische Verbindung zur biologischen Anthropologie, zur Völkerkunde und zur Naturgeschichte (Hahn 2012: 49).

1960er & 1970er: Migra­tion und Moder­ni­sie­rung

Der Zweite Weltkrieg ging mit weltweiten Bevölkerungsbewegungen einher. Die neuen internationalen Organisationen der Nachkriegszeit sahen sich mit Migrationsbewegungen von Millionen von Flüchtlingen und Vertriebenen konfrontiert. Das Beispiel der Schweiz – das sich wegen der hohen Einwanderungsquote und starken internationalen Vernetzung im Folgenden als Linse anbietet, um den Blick für migrationshistorische Entwicklungen im deutschsprachigen Raum zu schärfen – zeigt, dass die erste Konjunktur des Migrationsdiskurses hier in den 1960er Jahren weniger auf das Thema Flucht reagierte, sondern auf den neuen westeuropäischen Arbeitsmarkt, der im Rahmen des Marshallplans entstanden war (Kury/Holenstein/Schulz 2018). Unter der Hegemonie der USA setzten sich Modernisierungsvorstellungen durch, die auf wirtschaftliche Entwicklung und Wachstum, industrielle Massenproduktion, staatliche Steuerung, liberaldemokratisch-kapitalistischen Konsens, Wohlfahrt und soziale Mobilität setzten. Der Wirtschaftsboom der 1950er und 1960er Jahre in den westeuropäischen Industriestaaten war auf ausländische Arbeitskräfte aus wirtschaftlich weniger entwickelten Regionen Süd- und Osteuropas bzw. dem Mittelmeerraum angewiesen. Dieser internationale Arbeitsmarkt basierte auf der Vorstellung, dass die Ausländerbeschäftigung nur temporär sein sollte. Im Kontext internationaler Organisationen wie der OECD sowie später der Europäischen Gemeinschaft wurde hier daher von ‚migrant workers‘ gesprochen. Im Deutschen sprach man hingegen in der Tradition der Zwischenkriegszeit weiterhin von ‚Wanderarbeitern‘, ‚Fremdarbeitern‘ und dann auch von ‚Gastarbeitern‘. Nur in einigen wenigen Kontexten wie der Soziologie und in den Kirchenverbänden begann man, internationale Fachdebatten zum Thema ‚Migration‘ ins Deutsche zu übertragen. Aus einer strukturfunktionalistischen Perspektive, die sich in dieser Zeit in der empirischen Sozialforschung etablierte, wurde Migration als eine Form sozialer Mobilität infolge wirtschaftlicher Entwicklungsgefälle zwischen Nationalstaaten und Regionen verstanden, als ein Mechanismus des Strukturausgleichs in einer sich zunehmend modernisierenden „Weltgesellschaft“ (Hoffmann-Nowotny 1970).

Ähnlich wie in anderen Industriestaaten stellte man in Deutschland und in auch der Schweiz im Laufe der 1960er und frühen 1970er Jahre fest, dass das sogenannte ‚Rotationsprinzip‘ nur bedingt funktionierte und dass Wirtschaftswachstum dauerhaft auf ‚Einwanderung‘ angewiesen war (Berlinghoff 2013). Unter dem Druck erstarkender einwanderungskritischer Kräfte fasste die Politik einerseits eine Begrenzung der ‚Ausländerbeschäftigung‘ ins Auge. Andererseits sollten die im Land bleibenden ausländischen Arbeitskräfte nun neu ‚eingegliedert‘ werden. Auf die „Entdeckung der Einwanderung“ (ebd.: 17) in den westeuropäischen Industriestaaten folgten Kontroversen darüber, wie diese Einwanderung politisch zu gestalten war – Kontroversen, die letztlich bis heute fortdauern.

Während vor diesem Hintergrund alte Assimilationsvorstellungen und Überfremdungsdiskurse des frühen 20. Jahrhunderts wiederbelebt wurden, betonte man in der Soziologie um 1970, dass die ‚Eingliederung‘ der ausländischen Familien nicht einfach mit individueller kultureller Anpassung zu bewerkstelligen war. Es brauchte im Sinne der empirischen Sozialforschung vielmehr auch eine strukturelle Öffnung der Gesellschaft für die Einwanderung, auf dem Arbeitsmarkt, im Recht, im Bildungswesen etc. Hierzu waren politische Maßnahmen zur Förderung von ‚Integration‘ erforderlich. Dieser strukturfunktionalistische Begriff war im Deutschen zu der Zeit in dieser Bedeutung ebenso wenig verbreitet wie der Begriff der ‚Migration‘. Integrationspolitische Vorstellungen und Terminologien stießen jedoch bei denjenigen zivilgesellschaftlichen Akteur:innen auf Resonanz, die sich für eine offene Gestaltung der Einwanderung und Gleichberechtigung im nationalstaatlichen Rahmen einsetzten und gingen so bald in den öffentlichen Sprachgebrauch ein.

Spätestens mit der wirtschaftlichen Rezession infolge der Ölpreiskrise von 1973 war das Ende des Booms und mit ihm der ‚Gastarbeiter-Ära‘ besiegelt. Bereits in den frühen 1970er Jahren begrenzten alle westlichen Industriestaaten die Zuwanderung von ausländischen Arbeitskräften. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung ging der Begriff ‚Migration‘, der eine dezidiert weltgesellschaftliche Vogelperspektive auf internationale Bevölkerungsbewegungen einnahm, im Deutschen anders als ‚Integration‘ nicht in den öffentlichen Diskurs ein. Von Migration sprach man hier höchstens in spezifischen Fachkontexten mit starkem Bezug zu internationalen Debatten und Organisationen, vor allem in den Sozialwissenschaften, Kirchen und entwicklungspolitischen Initiativen.

1980er Jahre: Migra­ti­ons­po­li­tik, Asyl und die multi­kul­tu­relle Gesell­schaft

Wie die Daten des Google Ngram Viewer nahelegen, erlebte der Begriff ‚Migration‘ erst ab den späten 1980er Jahren im Deutschen einen rasanten Aufstieg. Ein Faktor hierfür war das Aufkommen neuer globaler Bevölkerungsbewegungen, die in westlichen Industriestaaten zu einer verstärkten Asyleinwanderung führten. Anders als bei der Aufnahme offizieller Flüchtlingskontingente seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges sahen sich Länder wie die Schweiz und Deutschland in den 1980er Jahren mit der Ankunft von zahlreichen Menschen konfrontiert, die nun individuell einreisten und vor Ort Asyl beantragten. Nachdem die Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte in den 1970er Jahren erschwert worden war, gewann in den frühen 1980er Jahren der Asylantrag als individuelle Form der Einwanderung an Bedeutung. Die Ankunft der sogenannten ‚Asylbewerber‘ – in der Schweiz kamen diese zunächst vor allem aus Sri Lanka und der Türkei – gab diversen Globalisierungsdynamiken seit den 1970er Jahren medial ein konkretes Gesicht. Mit den enttäuschten entwicklungspolitischen Hoffnungen vieler postkolonialer Staaten und den internationalen Debatten rund um die „Grenzen des Wachstums“ (Club of Rome) war im Verlauf der 1970er Jahre unter anderem auch die Frage der ‚Überbevölkerung‘ in der sogenannten ‚Dritten Welt‘ in den Fokus internationaler Fachdebatten gerückt. Auch in der Schweiz wurden die neuen Asylbewerber:innen als Folge weltweiter demografischer Entwicklungen und erstmals auch als Ausdruck des globalen ‚Migrationsdrucks‘ gedeutet. Erst in diesem Kontext fand der Begriff ‚Migration‘ Ende der 1980er Jahre in der Schweiz Eingang in die Sprache der staatlichen Behörden. So wurde im eidgenössischen Bundesamt für Statistik die Entwicklung der alternden einheimischen Bevölkerung erstmals im größeren Kontext ‚weltweiter Migration‘ modelliert. Der Begriff ‚Migration‘ globalisierte Ende der 1980er Jahre die Perspektive auf Einwanderung und erlaubte es zudem, an grenzüberschreitende Fachdebatten zum ‚Weltflüchtlingsproblem‘ anzuschließen, die vor allem in internationalen Hilfswerken und Organisationen geführt wurden. Er ermöglichte es zudem, einen Bogen zwischen staatlichen Handlungsfeldern zu schlagen, die politisch, rechtlich und institutionell getrennt wahrgenommen wurden: Ausländerbeschäftigung, Asyl- und Flüchtlingswesen sowie Außen- bzw. Entwicklungspolitik.

Der öffentliche Druck auf die Politik, sich der ‚Asylfrage‘ zu stellen, führte in der Schweiz 1989 zur Entwicklung einer ersten ‚Migrationspolitik‘. Mit Hilfe dieses neuen Begriffs sollten Ausländer-, Asyl-, Flüchtlings- und Entwicklungspolitik erstmals strategisch zusammengefasst werden. Dabei orientierte man sich am Modell eines migration management, das in den 1980er Jahren im internationalen Kontext etwa von der International Organization for Migration (IOM) gefördert und verbreitet wurde. Statt reiner Begrenzungspolitik zielte das Migrationsmanagement nun stärker auf wissensbasierte und international koordinierte Lösungen ab, bei denen „migrationsbezogene Probleme und Konflikte in einer Weise reguliert werden sollten, die den ökonomisch definierten Nutzen von Migrationsprozessen maximierte“ (Georgi 2019: 305).

Aus heutiger Sicht scheint es selbstverständlich, dass Arbeits- und Asyleinwanderung gleichermaßen unter dem Dach ‚Migration‘ behandelt werden können. Auch die aktuelle, weite Migrationsdefinition der UNO umfasst beide und noch weitere Formen grenzüberschreitender sozialer Mobilität. Der Fall Schweiz zeigt jedoch, dass dieser Zusammenhang erst durch das Konzept ‚Migration‘ hergestellt und dann ab Ende der 1980er Jahre nach und nach institutionalisiert werden konnte. Die Motivation dafür, Arbeit und Asyl zusammenzudenken, folgte aus der Tatsache, dass die neuen Asylbewerber:innen auf dem Arbeitsmarkt eine wachsende Nachfrage nach billigen Arbeitskräften bedienten, die aufgrund des Anwerbestopps nicht mehr einfach durch ‚Gastarbeiter‘ gedeckt werden konnte. Im politisch-medialen Diskurs wurden Asylbewerber:innen daher im Laufe der 1980er Jahre zunehmend als ‚Wirtschaftsflüchtlinge‘ oder ‚Pseudo-Asylanten‘ skandalisiert. Ebenso wie in der Schweiz ist auch in Deutschland und anderen westlichen Industriestaaten bis Ende des Jahrzehnts eine Verschärfung der öffentlichen Auseinandersetzungen um das Asylrecht zu beobachten, in denen auch der Begriff ‚Migration‘ zunehmend geläufiger wurde.8

Ein weiteres Thema, das mit der ‚Asylfrage‘ zusammenhing und über das ab Ende der 1980er Jahre international gestritten wurde, war die ‚multikulturelle Gesellschaft‘. Im Zentrum der Debatten, die in verschiedenen westlichen Einwanderungsländern parallel geführt wurden, stand die Frage, ob und inwiefern kulturelle Differenzen zwischen eingewanderten Minderheitsgruppen und der Aufnahmegesellschaft im Zuge der Integration anerkannt und bewahrt oder eher abgebaut werden sollten. Im Zuge der zunehmenden Einwanderung aus nicht-europäischen Ländern seit den späten 1970er Jahren sowie eines allgemeinen cultural turn wurden Begriffe wie ‚Migration‘ und ‚Integration‘, die in den 1960er Jahren in strukturalistischer Abgrenzung zu kulturalistischen Perspektiven auf Einwanderung konzipiert worden waren, nun wieder stärker auf Kulturfragen bezogen. Auf erste multikulturelle Ansätze in den frühen 1980er Jahren, etwa in den Niederlanden und Großbritannien, folgten bis Anfang der 1990er Jahre vielerorts zunehmend pessimistischere Einschätzungen hinsichtlich einer möglichen multikulturellen Antwort auf die ‚neue Völkerwanderung‘ – eine Formulierung, die mit dem neuen Begriff ‚Migration‘ enggeführt wurde. Das kulturell ‚Andere‘ avancierte zu einer wichtigen Kontrastfolie, um das kulturell Eigene nach den Krisenjahren der 1970er Jahre wiederzuentdecken – in politischen Fragen ebenso wie in Form neuer Konsumwelten und individualisierter Lebensstile. Kulturelle Differenz wurde zur Projektionsfläche des Begehrens einerseits, andererseits wurde sie als Bedrohung in einer globaler werdenden Weltordnung wahrgenommen – insbesondere im Nachgang der islamischen Revolution im Iran 1979. Dabei fanden jene Bedrohungswahrnehmungen praktisch Ausdruck in einer wachsenden Zahl fremdenfeindlicher bzw. rassistischer Übergriffe und Gewalttaten. Zugleich formierten sich aber auch zivilgesellschaftliche Bündnisse und Bewegungen, die sich für multikulturelle Politiken und gegen Rassismus einsetzen. Die ‚multikulturelle Gesellschaft‘ geriet auch in der Schweiz und Deutschland ins Fadenkreuz der Kritik. Eine wichtige Rolle hierfür spielte die Fatwa von Ayatollah Khomeini gegen Salman Rushdi im Jahr 1989, die zu einem globalen Medienereignis avancierte. Nach dem Zusammenbruch des Ostblocks rückte der Islamismus nicht nur in den Fokus geopolitischer Aufmerksamkeit im Westen, sondern speziell auch ins Zentrum der Debatten um einen heraufbeschworenen clash of cultures aufgrund von Migration. Mit dem war on terror nach 9/11 verschärften sich diese Spannungen, die bis heute fortdauern.

1990er: Der Migra­tion-Inte­gra­tion-Komplex

In der ersten Hälfte der 1990er Jahre schrieben sich sehr unterschiedliche und sogar gegensätzliche Interessen in die neue ‚Migrationspolitik‘ ein: von wirtschaftspolitischen Forderungen nach einer Liberalisierung internationaler Zuwanderungsregime über menschenrechtliche, kapitalismuskritische und technokratische Anliegen bis hin zur Neuauflage konservativer bzw. rechter Eindämmungs- und Abwehrlogiken im Duktus des globalen Kulturkonflikts. In den politischen Kontroversen rund um ein neues ‚Migrationsgesetz‘ ab 1993 verbreitete sich der Begriff der ‚Migration‘ erstmals breitenwirksam in der Schweizer Öffentlichkeit – bezeichnenderweise im selben Jahr, als zwei englischsprachige Sozialwissenschaftler „the age of migration“ ausriefen (Castles/Miller 1993). Schon kurze Zeit später, Mitte der 1990er Jahre, war das Wort im Deutschen so geläufig, dass Vertreter:innen der neuen ‚Migrationsforschung‘, die sich im Zuge der gesellschaftlichen Aushandlungsprozesse in der Schweiz ebenso wie in Deutschland institutionalisierte, argumentieren konnten: „So normal die Sesshaftigkeit, so normal ist allerdings auch die Migration. Die Geschichte der Menschheit ist eine Geschichte der wandernden Menschen, des homo migrans.“9 Das Narrativ des „Normalfalls“ Migration gewann an Plausibilität und Popularität.

Ein weiterer wichtiger Grund für die rasante Verbreitung des Migrationsdiskurses im deutschsprachigen Raum waren die Fortschritte im Prozess der europäischen Integration, die in die Maastrichter Verträge von 1992 und die Gründung der Europäischen Union mündeten. Die Vorbereitung der Verträge ging mit dem Aufbau einer europäischen Migrationspolitik einher, die auf einer Personenfreizügigkeit nach innen und einer gemeinsamen Grenzpolitik nach außen beruhte. Damit verbunden waren Angleichungs- und Standardisierungsprozesse bei den Begriffen und statistischen Kategorien, die der neuen Migrationspolitik zugrunde lagen. Im Verbund mit den Vereinten Nationen entwickelte die Europäische Gemeinschaft in der ersten Hälfte der 1990er Jahre die konzeptuelle Grundlage für gemeinsame internationale Migrationsstatistiken. So wurden nicht nur neue UNO-Empfehlungen formuliert, was unter Migration zu verstehen sein sollte, sondern etwa auch, wer ein ‚Migrant‘ war. Dabei handelt es sich um eine Kategorie, die bereits seit dem frühen 20. Jahrhundert in der Migrationsstatistik verwendet wurde. Bis in die späten 1980er Jahre hatte sie jedoch im Unterschied zu Bezeichnungen wie ‚Immigrant‘ oder ‚Emigrant‘ wenig Widerhall in öffentlichen Debatten gefunden, auch im Englischen und Französischen nicht. In der Schweiz wurde die Fremdbezeichnung ‚Migrant‘ erst im Kontext der Debatten um eine neue Migrationspolitik Anfang der 1990er Jahre geläufiger. Sie meinte hier meist die neuen Einwander:innen aus dem globalen Süden, die weder als ausländische Arbeitskräfte noch als ‚richtige‘ Flüchtlinge wahrgenommen wurden. Zu der Zeit gründeten sich im Kontext der europäischen Integration aber auch erstmals internationale Netzwerke von Menschen, die sich selbst als ‚Migrantinnen‘ bezeichneten. Dabei handelte es sich vor allem um feministische Gruppen von Einwanderinnen aus lateinamerikanischen, asiatischen und afrikanischen Ländern. Das Thema Rassismus spielte für sie eine wichtige Rolle und wurde in der Zeit eng mit dem neuen Migrationsdiskurs verknüpft. Vor dem Hintergrund der Vernetzungsbestrebungen auf europäischer Ebene gründeten sich ab 1994 auch in der Schweiz erstmals sogenannte ‚Migrantinnen-Foren‘. Die Selbstbezeichnung Migrant:in ermöglichte ein gemeinsames Identifikationsangebot für Menschen, die auf sehr unterschiedlichen Wegen eingewandert waren – mit Arbeitserlaubnis, aufgrund von Heirat oder Familiennachzug, als anerkannte Flüchtlinge, Sans Papiers mit abgelaufenem Touristenvisum oder abgewiesenem Asylantrag –, ohne jedoch die sozialen Unterschiede, die damit verbunden waren, aufheben zu können.

Die neuen Migrant:innen positionierten sich bis Ende der 1990er Jahre als Fürsprecher:innen einer kombinierten Migrations- und Integrationspolitik, die strukturelle Teilhabe gewährleisten sollte. Ebenso wie auf europäischer Ebene wurden auch in der Schweiz Mitte der 1990er die neuen Debatten um Migrationspolitik mit alten Forderungen nach einer staatlichen Integrationspolitik aus den 1970er Jahren zusammengeführt. Der staatliche Integrationsauftrag wurde nun gesetzlich festgeschrieben.

Obwohl die Schweizer:innen 1992 den Beitritt zum Europäischen Wirtschaftsraum EWR für viele unerwartet an der Urne ablehnte, prägte der europäische Integrationsprozess auch hier die Migrations- und Integrationspolitik, die sich bis Mitte der 2000er Jahre neu aufstellte, auf begrifflicher, normativer und institutioneller Ebene. Ausdruck der Konvergenz von Migrations- und Integrationspolitik war auch eine neue statistische Kategorie, die um die Jahrtausendwende auch im deutschsprachigen Raum aufgegriffen wurde: die Bevölkerung mit ‚Migrationshintergrund‘. Die traditionelle demografische Unterscheidung zwischen Staatsbürger:innen und Ausländer:innen stellte sich als zunehmend ungeeignet dar, um die demografische Realität in europäischen Ländern zu erfassen, die wie die Schweiz und Deutschland bis Ende der 1990er Jahre anfingen, sich zumindest auf staatlicher Ebene zunehmend als ‚Einwanderungsländer‘ zu verstehen. Die Wahlerfolge von New Labour und einer rot-grünen Neuen Mitte beförderten diesen Wandel in der politischen Wahrnehmung. Die Unterscheidung von Staatsbürger:innen mit und ohne Migrationshintergrund wurde auch in der Schweiz eingeführt, um im Sinne des New Public Management Daten für ein statistisches Monitoring von Integrationsdynamiken der ersten, zweiten und dritten Einwanderergeneration erheben zu können. In der politischen Arena konnte die statistische Unterscheidung in der Folge jedoch sowohl mobilisiert werden, um Inklusionsansprüche zu artikulieren, als auch als Mittel des Othering und der Ausgrenzung. Statistisch erfasste Integrationsdefizite in der Bevölkerung mit Migrationshintergrund konnten sowohl als Versäumnis der ‚Ausländer‘ als auch als Ausdruck diskriminierender Barrieren der ‚Aufnahmegesellschaft‘ gedeutet werden. Bis heute sind die Kategorien ‚Integration‘, ‚Migrant‘ und ‚Migrationshintergrund‘ im Deutschen von dieser historisch bedingten Ambivalenz zwischen statistischer Kategorie, problematisierender Fremdbezeichnung, politischem Kampfbegriff und ermächtigender Selbstbezeichnung geprägt.

Post-Migra­tion?

Aufgrund völkerrechtlicher Verpflichtungen wurden Asyl- und Ausländerrecht in der Schweiz letztlich nicht in ein umfassendes Migrationsgesetz integriert. Doch die verschiedenen Themen- und Handlungsfelder der Migration wurden seit den 1990er Jahren nicht nur medial, sondern auch in Staat und Verwaltung zunehmend miteinander verschaltet. So wurden etwa nach und nach Asyl-, Ausländer- und Flüchtlingsbehörden zu Migrationsämtern zusammengelegt. Insgesamt bildete sich nicht nur in der Schweiz zwischen den 1990er und 2000er Jahren ein Feld von Normen, Akteur:innen, Institutionen, Diskursen, Praktiken und Medien heraus, das sich bis heute um das Begriffspaar Migration und Integration dreht und dabei transnational verflochten ist. Befeuert durch mediale Aufmerksamkeitsökonomien hat dieser „Migration-Integration-Komplex“ (Espahangizi 2022) seitdem eine expansive Eigendynamik entwickelt, die immer mehr Themen in sich aufnimmt. Der Migrationsdiskurs hat sich längst zu einer ebenso flexiblen wie umkämpften Projektionsfläche für sehr unterschiedliche gesellschaftspolitische Anliegen und Vorstellungen entwickelt. Der Streit über Migration ist zu einem diskursiven Schauplatz geworden, auf dem sich westliche (Nicht-)Einwanderungsländer ihrer selbst und ihrer Position in der Welt vergewissern. Seit der „Entdeckung der Einwanderung“ in den 1960er Jahren ist Migration immer weiter ins Zentrum gesellschaftspolitischer Aushandlungsprozesse gerückt – wahlweise als „Mutter aller Probleme“ oder „Mutter aller Gesellschaften“. Über ein halbes Jahrhundert später wäre es vielleicht an der Zeit, eine Gesellschaft nach der Migration anzuvisieren, eine Einwanderungsgesellschaft also, die sich ihrem historischen Migrationskomplex stellt und so den Blick wieder frei bekommt auf die eigentlichen Herausforderungen der Zukunft.10

Ausge­wählte Lite­ra­tur

Einführende Literatur

Castles, Stephen/Miller, Mark J. (1993): The Age of Migration. International Population Movements in the Modern World, Basingstoke: Macmillan.

Espahangizi, Kijan (2022): Der Migration-Integration-Komplex. Wissenschaft und Politik in einem (Nicht-)Einwanderungsland, 1960­–2010, Konstanz: Konstanz University Press.

Foroutan, Naika/Karakayali, Juliane/Spielhaus, Riem (Hg.) (2018): Postmigrantische Perspektiven. Ordnungssysteme, Repräsentationen, Kritik, Frankfurt a.M.: Campus.

Hahn, Sylvia (2012): Historische Migrationsforschung, Frankfurt a.M.: Campus.

Holenstein, André/Kury, Patrick/Schulz, Kristina (2018): Schweizer Migrationsgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart, Baden: Hier und Jetzt.

Oltmer, Jochen (2017): Migration. Geschichte und Zukunft der Gegenwart, Darmstadt: Theiss.

Vertiefende Literatur

Bade, Klaus J./Oltmer, Jochen (2004): Normalfall Migration, Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung.

Berlinghoff, Marcel (2013): Das Ende der ‚Gastarbeit‘. Europäische Anwerbestopps, 1970–1974, Paderborn: Schöningh.

Espahangizi, Kijan (2018): „Ab wann sind Gesellschaften postmigrantisch? Wissenshistorische Überlegungen ausgehend von der Schweiz“, in: Naika Foroutan/Juliane Karakayali/Riem Spielhaus (Hg.), Postmigrantische Perspektiven. Ordnungssysteme, Repräsentationen, Kritik, Frankfurt a.M.: Campus, S. 35–55.

Georgi, Fabian (2019): Managing Migration? Eine kritische Geschichte der Internationalen Organisation für Migration IOM, Berlin: Bertz + Fischer.

Hoffmann-Nowotny, Hans-Joachim (1970): Migration. Ein Beitrag zu einer soziologischen Erklärung, Stuttgart: Enke.

Kury, Patrick/Lüthi, Barbara/Erlanger, Simon (2005): Grenzen setzen. Vom Umgang mit Fremden in der Schweiz und den USA, 1890–1950, Köln: Böhlau.

Labor Migration (Hg.) (2014): Vom Rand ins Zentrum. Perspektiven einer kritischen Migrationsforschung, Berlin: Panama Verlag.

Lässig, Simone/Steinberg, Swen (2017): „Knowledge on the Move. New Approaches Toward a History of Migrant Knowledge“, in: Geschichte und Gesellschaft 43(3), S. 313–346.

Poutrus, Patrice G. (2019): Umkämpftes Asyl. Vom Nachkriegsdeutschland bis in die Gegenwart, Berlin: Christoph Links Verlag.

Stricker, Yann (2019): „‚International Migration‘ Between Empire and Nation. The Statistical Construction of an Ambiguous Global Category in the International Labour Office in the 1920s“, in: Ethnicities 19(3), S. 469–485.

Fußno­ten

  1. 1

    Bröcker, Michael/Quadbeck, Eva: „‚Migrationsfrage ist die Mutter aller Probleme.‘ Horst Seehofer im RP-Interview“, in: RP vom 06.09.2018, https://rp-online.de/politik/deutschland/horst-seehofer-lehnt-stichtagsregelung-fuer-fluechtlinge-als-fachkraefte-ab\_aid-32736207 vom 06.01.2022.

  2. 2

    „Unteilbar bunt. #unteilbar-Großdemo in Berlin“, in: Die Tageszeitung vom 10.10.2018, https://taz.de/unteilbar-Grossdemo-in-Berlin/!5538530/ vom 06.01.2022.

  3. 3

    Homo migrans. 2 Millionen Jahre unterwegs. 07.11.2019–27.06.2021, in: Website des Bernischen historischen Museums, https://www.bhm.ch/de/ausstellungen/ausstellungsarchiv/homo-migrans/ vom 07.01.2022.

  4. 4

    „Migration“, in: Meyers Enzyklopädisches Lexikon, 9. Aufl., 1978, Bd. 15. Vgl. zu früheren Einträgen Lässig/Steinberg (2020: 314).

  5. 5

    „Spiel mit Worten“, in: Schweizer Illustrierte vom 07.06.1976.

  6. 6

    Google Books Ngram Viewer, https://books.google.com/ngrams/graph?content=Migration&year\_start=1900&year\_end=2010&corpus=31&smoothing=3&direct\_url=t1%3B%2CMigration%3B%2Cc0 vom 07.01.2022.

  7. 7

    Die Ausführungen zur Schweiz basieren auf Espahangizi (2022).

  8. 8

    Zu Deutschland vgl. Poutrus (2019).

  9. 9

    Georg Kreis, Einwanderungsland Schweiz, Manuskript zum Vortrag vor dem Deutschen Geschichtsforschenden Verein des Kantons Freiburg, Freiburg i. Ü., 14.11.1995.

  10. 10

    Siehe hierzu neuere postmigrantische Perspektiven (z.B. Foroutan/Karakayali/Spielhaus 2018).

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